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Salutogenese: Stärkung unserer Gesundheit

Salutogenese Stärkung unserer Gesundheit - Dr. med. Susanne HofmeisterWarum bleiben Menschen trotz vieler gesundheitsgefährdender Einflüsse gesund? Wie schaffen sie es, sich von Erkrankungen wieder zu erholen? Und was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremer Belastungen nicht krank werden? Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat sich in den 1970er-Jahren mit dieser Frage beschäftigt: „Was hält uns eigentlich gesund?“ Seine Erkenntnisse hat er mit dem Begriff Salutogenese überschrieben: Die Lehre von der Gesundheitsförderung. Er fand bestimmte Einstellungen, die dazu führen, dass Menschen unter identischen Stressbedingungen eher gesund bleiben, als andere. Folgende drei Faktoren sind nach Antonovsky dafür verantwortlich, dass Menschen körperlich und psychisch gesünder sind: das Gefühl der Verstehbarkeit, das Gefühl der Handhabbarkeit und das Gefühl der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens. Diese drei Faktoren ergeben zusammen das Kohärenzgefühl, das Gefühl einer inneren Stimmigkeit. Es wird unbewusst in Kindheit, Jugend und früher Erwachsenenzeit erworben, also vor allem im ersten Lebensdrittel.

Biografische Gespräche tragen in sich die Möglichkeit der positiven Wirkung auf Gesunderhaltung und Gesundwerden: Die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit kann sich als Schritt der Selbsterkenntnis gesundheitsfördernd auf unser Alltagsleben auswirken.

Je mehr wir also mit unserer inneren Stimme, unserem roten Lebensfaden, verbunden sind, desto seltener treten Depressivität, Ängstlichkeit und psychosomatische Beschwerden auf. Mit einer Lebensführung, die von unserem Zentrum, unserem Ich ausgeht und die seelisch-geistige Weiterentwicklung immer im Auge behält, können wir direkt unsere Gesundheitskräfte stärken. (Susanne Hofmeister, WOHIN, GU-Verlag 2014, Seite 20)